Dem Rassismus keine Bühne – Warum wir nicht mit Nazis reden

Kölner Schüler*innen gegen die AfD:
Dem Rassismus keine Bühne!
-Warum wir nicht mit Nazis reden-

Am 5.6. sollte auf Einladung des WDR und des Schauspielhauses eine Diskussion mit dem AfD-Mitbegründer Konrad Adam stattfinden. Im Rahmen von Birlikte kritisierten viele Akteur*innen des Festivals im Vorhinein die Entscheidung, einem Politiker mit rassistischen Ansichten Öffentlichkeit zu schaffen. So forderten Politiker*innen, die ”Kölner 11“ (Vorstand Kölner Bürgerhäuser), die Initiative “Keupstraße ist überall“, das Antidiskriminierungsbüro Köln, die Grünen Köln, der Integrationsrat der Stadt Köln, die Initiative “Kein Mensch ist Illegal“, “Köln stellt sich Quer“ und das Bündnis Köln gegen Rechts, Konrad Adam auszuladen. Einige Musiker*innen kamen aus Protest nicht mehr zu ihren geplanten Veranstaltungen.

Einige Akteure des Birlikte-Festivals wurden im Vorhinein nicht gefragt oder nach eindeutiger Kritik nicht berücksichtigt. Trotz dieser Kritik waren die Veranstalter*innen nicht bereit, den Auftritt eines Mitgründers der AfD abzusagen. Auch wir als Bezirksschüler*innenvertretung sprechen uns gegen einen Dialog mit rassistischen Akteur*innen auf Kulturfesten wie Birlikte aus. Warum wir diese Meinung vertreten werden wir im Nachfolgenden erläutern.

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Trotz der Tatsache, dass die AfD in ihrem Parteiprogramm kaum demokratische Ansätze verfolgt, forderten diverse Personengruppen einen Dialog mit Adam in demokratischen Rahmenbedingungen.  Beispielsweise propagierten AfD-Spitzenpolitiker*innen in der Vergangenheit den Schießbefehl, eine “deutsche Volksgemeinschaft”, die Abschaffung des Verbotes von Hakenkreuz und “Auschwitzlüge” und eine “Verabschiedungskultur”.

Ein Dialog mit Konrad Adam im Rahmen eines antirassistischen Kulturfestes scheint uns paradox und nicht angemessen. Vor allem im Hinblick auf den ursprünglichen Hintergrund des Festes sollte anti-multikulturellen Ansichten keine Bühne geboten werden.  Allerdings ist uns bewusst, dass die AfD und ihre Wähler*innenschaft keineswegs eine homogene Masse darstellen, sondern vielmehr aus  führenden Politiker*innen, Neonazis und Hooligans, (rechten) “Wutbürger*innen” und “Protestwähler*innen” bestehen. Mit ersteren diskutieren wir nicht auf Kulturfesten, vorallem nicht bei Birlikte.

Anders verhält es sich mit den “Protestwählern*innen”, welche teilweise ebenfalls rassistische Ansichten vertreten. Mit ihnen muss sehr wohl ein Dialog geführt werden, um täglich aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Allerdings ist es dafür kontraproduktiv, sich in einen großen, öffentlichen Rahmen zu begeben, in dem besonders bei rechtspopulistischen Positionen schnell die Fronten verhärten und sich die (rechten) “Protestwähler*innen” in ihren Ansichten bestätigt fühlen. Unsere Gesellschaft ist als Ganzes gefragt, um täglich und immer wieder im kleinen zu diskutieren und in den Dialog zu treten und dadurch Vorurteile abzubauen. Dabei ist es gleich, ob es Zuhause, beim Friseur, in der Schule oder auf der Arbeit stattfindet.

Wie auch das Bündnis “Köln gegen Rechts”, sind und waren wir für “eine Diskussionsveranstaltung […] zwischen Schauspielhaus, WDR, AG Arsch Huh, „IG Keupstraße“, Initiative „Keupstraße ist überall“, dem Antifa-Spektrum und allen andern Unterstützer*innen von Birlikte, über Strategie und Taktik im Umgang mit der AfD, gemeinsam mit der eingeladenen Professorin für Integrationsforschung Naika Foroutan, allerdings ohne Beteiligung der AfD.”

Aus diesen Gründen sind wir der Meinung, dass man Organisationen und Parteien wie der AfD auch in Zukunft keine Bühne auf Kulturfesten bieten sollte. Birlikte steht für interkulturelles Zusammenstehen und nicht für die Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen.